Seewer doch WM-Rang 4

Jeremy Seewer hat zum Saisonende richtig aufgedreht und sich mit starken Leistungen beim WM-Finale in Mantova (I) noch vom sechsten auf den vierten WM-Gesamtrang verbessert.
Jeremy Seewer (Yamaha) hat in der dichtgedrängten WM-Schlussphase nochmals richtig aufgedreht. Nach Holeshots, Laufsiegen und einem MXGP-Sieg beim Triple MXGP in Pietramurata (I) zeigte der 27-Jährige sich auch in Mantova (I) erfreulich stark.
Verhakt mit Herlings
Beim finalen Doppel-MXGP von in Mantova hatte Seewer am Sonntag in Rennen 1 wieder einen Holeshot verbucht – seinen fünften dieser Saison. Doch die Titelrivalen Romain Febvre (Kawasaki) und Jeffrey Herlings (KTM) hatten den Schweizer schnell auf den dritten Rang verdrängen. Und dann war Herlings direkt vor Seewer gestürzt! Seewer hatte keine Chance auszuweichen, die Motorräder verhakten sich und mehr als zehn Fahrer rauschten vorbei, bis Seewer das Rennen fortsetzten konnte. Dennoch schaffte es der Schweizer, sich bis ins Ziel auf Rang 5 vorzukämpfen. Herlings sicherte sich sogar den Laufsieg vor Febvre.

Jeremy Seewer bezwang Jorge Prado im Kampf um WM-Rang 4. Bild: shotbybavo
In Rennen 2 bewies Seewer nach miserablem Start (ausserhalb der Top 20), wie kampfstark er inzwischen wieder ist und fuhr erneut Rang 5 ein. «Zwei fünfte Plätze sind nicht, was ich mir erhofft hatte, doch mein Speed und das Vertrauen sind wieder richtig gut! Obwohl die
Piste nicht zu meinen Favoriten gehört, bin ich diese Saison noch selten so gut gefahren wie heute. Jetzt gilt es weiterzuarbeiten, um am Mittwoch ganz vorn kämpfen zu können,» erklärte Seewer am Sonntag.
Sturz mit Cairoli
Beim finalen MXGP der Saison lag für den WM-sechsten Seewer noch viel drin. Denn der viertplatzierte Antonio Cairoli (KTM) lag nach 34 Rennen nur gerade 4 Punkte vor dem Schweizer und Jorge Prado (KTM) gar nur 2 Zähler vor dem Schweizer!
Der Zürcher Unterländer legte am Mittwoch mit Rang 3 im Zeittraining dann wieder stark vor. Während sich Prado beim Start zu Rennen 1 durchsetzte, reihte sich Seewer an dritter Position ein, stürzte aber nach wenigen Runden und fiel auf Rang 6 zurück. Dort duellierte er sich mit Cairoli. Bei einem Angriff des Italieners stürzten die beiden Widersacher. Seewer nahm das Rennen an neunter Position wieder auf, während Cairoli mit gebrochenem Schalthebel aufgeben musste.
Seewer fuhr eine starke Aufholjagd, schloss die Lücke zu dem auf Rang 4 durchgereichten Prado, bezwang den Spanier und schüttelte ihn ab. Cairoli war also bezwungen und zwischen Seewer und Prado herrschte nach Rennen 1 Punktegleichstand.

Jeremy Seewer hat in den letzten Rennen extreme Fortschritte gemacht und hielt mit den Titelanwärtern mit. Bild: Yamaha-Racing
Seewer bezwingt Prado erneut
In Rennen 2 reihte sich Seewer an sechster Position ein, verdrängte Prado aber schon bald vom vierten Platz und liess ihn wieder weit hinter sich. Damit konnte Seewer die aus gesundheitlichen Gründen verpatzte Saison doch noch auf dem beachtlichen vierten WM-Rang abschliessen. Seewer: „Die beiden GPs hier in Mantova waren richtig gut. Ich hatte den Speed der Top-3, obwohl sie noch im Titelkampf waren und so 120 % geben mussten. Dass ich mit ihnen mithalten konnte, ist sehr positiv. Ich konnte die letzten Rennen wieder einen Schritt vorwärts machen und mich endgültig von den gesundheitlichen Problemen, die mich fast durch die ganze Saison begleitet hatten, zurück kämpfen. Dass ich mich in der WM noch vom sechsten auf den vierten Platz verbessern konnte, zählt zwar nicht, dennoch ist es immer erfreulich, Positionen gut zu machen. Das Podest war auch heute wieder nahe, was mir viel Vertrauen und Motivation für die kommende Saison gibt.“
Titel-Dreikampf
Seewer wurde erneut nur von drei Fahrern geschlagen, und die hatten sich in einen veritablen Dreikampf um den Weltmeistertitel verstrickt: Titelverteidiger Tim Gajser (Honda), Jeffrey Herlings (KTM) und Romain Febvre (Kawasaki). Nur gerade drei Punkte trennten die Titelanwärter vor dem finalen Doppel-MXGP.
Weltmeister Gajser hatte am Sonntag in Mantova wegen einer Strafversetzung um fünf Plätze wegen Abkürzens den direkten Anschluss in der WM verpasst, doch WM-Leader Febvre und Herlings hatten je einen Sieg und einen zweiten Platz eingefahren. Herlings drängte also weiterhin nur gerade 3 Punkte hinter dem führenden Franzosen!
In Rennen 1 kämpfte sich Herlings an Febvre vorbei an die Spitze und sicherte sich den Laufsieg vor Febvre und Gajser. Der Holländer und der Franzose lagen vor dem 36. und letzten Rennen der Saison also punktgleich an der Spitze der WM-Tabelle. Febvre übernahm noch in Runde 1 die Führung, wurde dann aber von Herlings von der Spitze verdrängt. Ein Sturz von Febvre nach wenigen Runden brachte die Vorentscheidung. Herlings verbuchte seinen 15. Sieg in dieser Saison vor Gajser und Febvre und sicherte sich seinen zweiten MXGP-Titel, den fünften WM-Titel insgesamt.

Jeffrey Herlings sicherte sich seinen zweiten MXGP-Titel. Bild. Ray Archer
Guillod: Nicht gut genug
Arnaud Tonus (Yamaha) hatte die Saison grippegeplagt frühzeitig beendet. Teamkollege
Valentin Guillod (Yamaha) hatte im Sand von Mantova Mühe: Am Sonntag hatte er mit Platz 29 nach einem Sturz und Rang 20 nur noch einen WM-Punkt eingefahren. Am Mittwoch , sammelte der 28-Jährige mit den Plätzen 20 und 19 immerhin drei Punkte. Guillod: „Ich habe mein Bestes gegeben, um die Saison mit guten Resultaten zu beenden. Doch heute war das einfach nicht genug.“

Valentin Guillod konnte in Mantova nicht an seine guten Resultate von Pietramurata anknüpfen.
MXGP der Stadt Mantova (I)
WM-Endstand
1. Jeffrey Herlings (NL), KTM, 708 Punkte, (Weltmeister)
2. Romain Febvre (F), Kawasaki, 703
3. Tim Gajser (SLO), Honda, 688
4. Jeremy Seewer (CH), Yamaha, 566
5 . Jorge Prado (E), KTM, 562
6. Antonio Cairoli (I), KTM, 545
7. Glenn Coldenhoff (NL), Yamaha, 442
8. Pauls Jonass (LAT), GasGas, 391
9. Thomas Olsen (DK), Husqvarna, 332
10. Alessandro Lupino (I), KTM, 319
19. Arnaud Tonus (CH), Yamaha, 119
29. Valentin Guillod (CH), Yamaha, 49