MXGP Podest für Seewer in Maggiora

Nach dem enttäuschenden Wochenende in Lettland konnte Jeremy Seewer in Maggiora (I), wo er 2023 seinen letzten MXGP-Sieg mit Yamaha eingefahren hatte, vor zahlreichen heimischen Fans erstmals ein MXGP-Podestplatz mit Kawasaki feiern.
Nach den zahlreichen Schlammrennen schien auch der MXGP von Italien unter einem schlechten Stern zu stehen. Starke Regenfälle in der Nacht auf Samstag machten die Piste zur anspruchsvollen Rutschpartie, die die Spreu vom Weizen trennte. Jeremy Seewer (Kawasaki) verlor in Maggiora im Zeittraining zwar vernichtende 5,3 Sekunden auf die Rundenbestzeit von Tim Gajser (Honda), klassierte sich damit aber auf dem guten fünfen Rang.

Seewer in Maggiora: Der Samstag war mit schmierigem Schlamm auf hartem Untergrund heikel.
Solider Start
Im Qualirennen wurde der Schweizer nach einem guten Start in Kurve 2 abgedrängt, holte sich aber rasch Position 4 zurück, die er bis ins Ziel erfolgreich verteidigte. Seewer. „Das war ein guter Tag; wir hatten auf Anhieb eine ideale Abstimmung gefunden, sodass ich mich voll aufs Fahren konzentrieren konnte. Die Strecken war sehr heikel heute, denn unter der Schlammschicht war sie noch sehr hart. Morgen wird sie bestimmt besser, so wie letztes Jahr, als es am Samstag schlammig und am Sonntag sonnig war. Damals hatte ich den GP gewonnen – ich hoffe auf eine Wiederholung.“

Maggiora Rennen 1: Sensationeller Start für Jeremy Seewer (91) vor Jorge Prado (1), Tim Gajser (243), Calvin Vlaanderen (10) und Valentin Guillod (92).
Führungsrunden für Seewer
Mit einem tollen Start übernahm Seewer in Rennen 1 gleich die Führung vor Weltmeister Jorge Prado (GasGas), WM-Leader Gajser und Multichamp Jeffrey Herlings (KTM). Er konnte dem Druck von Gajser zwei Runden standhalten. Unmittelbar darauf strauchelte Seewer aber, kam von der Piste ab und fiel beim Sturz auf Rang 5 zurück. Während Gajser, Prado und Herlings im Dreikampf die Podestplätze einfuhren, setzte Seewer Calvin Vlaanderen (Yamaha) unter Druck, konnte ihm Rang 4 aber nicht mehr abknöpfen.
Guillod löst Massensturz aus
In Rennen 1 hatte sich Valentin Guillod (Honda), beim Start auf Position 5 eingereiht, verteidigte lange Position 7 und wurde zuletzt Neunter. In Rennen 2 wollte er daran anknüpfen, kämpfte hinter Gajser und Seewer mit Prado um Position 3, kam im Gerangel vor der zweiten Kurve aber zu Fall, was einen Massensturz mit zehn Fahrern verursachte. Während sich Prado dabei am Knie verletzte und das Rennen aufgeben musste, war Guillod schnell wieder auf dem Motorrad und kämpfe sich nochmals bis auf Rang 13 vor.

Valentin Guillod kam in Maggiora beim Start jeweils gut weg, war aber der erste Sturzpilot in der ersten Massenkarambolage in Rennen 2.
Seewer: Schlag gespürt
Der Start von Seewer war in Rennen 2 gut. Der Zürcher Unterländer reihte sich in zweiter Position ein, blieb zum Glück von der Karambolage verschont, wurde in Kurve 2 aber bereits von Herlings auf Rang 3 verwiesen. Seewer: „Ich hatte Glück, dass nicht in den Massensturz involviert wurde, denn ich spürte von hinten zwar einen Schlag, stürzte glücklicherweise aber nicht.“
Gajser und Herlings fuhren an der Spitze davon. Der Holländer machte Druck und profitierte schliesslich von einem Umfaller des Slovenen und holte sich den Laufsieg vor Gajser, dessen WM-Führung mit dem MXGP-Sieg und dem Ausfall von Prado rasant auf 34 Punkte anwuchs.
Seewer: Endlich ein Podest
Das Tempo an der Spitze konnte Seewer nicht mitgehen und konzentrierte sich darauf Rang 3 abzusichern. Seewer: „Ich hatte nicht speziell gepusht, denn die Strecke war immer noch ziemlich heikel und hinter mir gab es eine beruhigende Lücke.“ Der 29-Jährige erreichte das Ziel schliesslich 53 Sekunden hinter Sieger Herlings als Dritter und feierte mit Rang 3 in der MXGP-Wertung sein erstes Podium auf Kawasaki.

Jeremy Seewer konnte zwar auch in Maggiora das Tempo der Spitzenpiloten nicht mitgehen, tankte mit dem ersten Podest auf der Kawasaki aber wieder viel Selbstvertrauen.
Seewer: „Es ist schön, wieder auf dem Podest zu stehen. Ich hätte schon öfter da oben stehen sollen, aber es ist dieses Jahr bisher einfach nicht passiert. Ich mag technische Strecken wie diese. Hier bin ich schnell und auch konditionell bereit. Nun ist das Ziel für die nächsten Rennen, die Lücke zu den Spitzenpiloten zu schliessen!“
Brumann: 1 Punkt
Kevin Brumann (Husqvarna) hatte sich im Qualirennen auf der schmierigen Piste mit Rang 18 ordentlich geschlagen. In Rennen 1 blieb der 20-Jährige beim Start aber mit einem technischen Problem stehen und musste aufgeben. In Rennen 2 hatte er das Glück in den Massensturz den Massensturz umfahren zu können. Der Aargauer kämpfte sich in knapp 30 Minuten bis auf Rang 15 vor. Doch dann erwischte es auch ihn: Durch einen weiteren Zwischenfall fiel er zurück und konnte schliesslich mit zwei Runden Rückstand auf Platz 20 nur gerade einen Punkt einfahren.
Resultate MXGP von Italien in Maggiora (I)
WM-Stand nach 10 von 20 MXGP
1. Tim Gajser (SLO), Honda, 511 Punkte
2. Jorge Prado (E), GasGas, 477
3. Jeffrey Herlings (NL), KTM, 440
4. Calvin Vlaanderen (NL), Yamaha, 339
5. Jeremy Seewer (CH), Kawasaki, 332
6. Romain Febvre (F), Kawasaki, 327
7. Glenn Coldenhoff (NL), Fantic, 302
8. Pauls Jonass (LV), Honda, 274
9. Brian Bogers (NL), Fantic, 213
10. Kevin Horgmo (N), Honda, 206
11. Valentin Guillod (CH), Honda, 199
26. Kevin Brumann (CH), Husqvarna, 24