Krummenacher: nuovo capitolo

Randy Krummenacher verlässt die Supersport-WM! Der Weltmeister von 2019 hat auf dem Yamaha R1-Superbike für 2022 neue Herausforderungen in der Langstrecken-WM und der italienischen Meisterschaft gefunden.
Der Schweizer Randy Krummenacher wollte mit dem italienischen CM Racing-Team, mit dem er diese Saison grosse Erfolge gefeierte hatte, auch 2022 in der Supersport-WM antreten. Und auch das Team wollte mit dem Weltmeister von 2019 weiterfahren und hatte noch vor den Saisonfinale verkündet, dass man 2022 zusammen auf der Ducati Panigale V2 antreten werde. Zu dem Zeitpunkt hatte Krummenacher aber noch keinen Vertrag gesehen!

Krummenacher hat mit dem CM Racing-Team auf Anhieb einen Sieg eingefahren. Bild: Yamaha-Racing
Problem: Nicht die Finanzen, sondern das Vertrauen!
Randy Krummenacher: „Wir waren uns einig, dass wir auf derselben Basis wie 2021 weiter zusammenarbeiten werden. Doch der Vertrag, den ich dann zur Unterschrift erhielt, war eine andere Basis. Er war in meinen Augen nicht sportlich. Wenn alle dasselbe Ziel haben, dann muss die Zusammenarbeit auf Vertrauen und Erfolg ausgelegt sein. Das war 2021 so, doch im neuen Vertrag waren viele Klausen drin. In meiner ganzen Profikarriere habe ich noch nie solche Bedingungen gelesen, die zu Problemen führen können. Im Gegensatz zu anderslautenden Berichten ging es nicht um die Finanzen. Das Problem war das Vertrauen, das ich aufgrund der vielen Klauseln verlor.“
Kein Team und kein Manager
Da sich nach Krummenachers Absage sein langjährige Manager Daniele Di Ninno, der den Vertrag aufgegleist hatte, vom Schweizer trennte, stand der Schweizer ohne Team und ohne Manager da. Krummenacher: „Wir gingen nicht im Streit auseinander, sind einfach nicht derselben Meinung. Manchmal trennen sich die Wege. Doch für mich geht es weiter. Jetzt habe ich viel Arbeit mit der Team- und Sponsorensuche. Aber es hat sicher auch positive Seiten, direkt mit den Sponsoren in Kontakt zu sein!“

Randy Krummenacher hat sein Team, seinen Manager und das Vertrauen verloren. Foto: Reinhold Trescher
2022 auf Yamaha Superbike
Doch der Schweizer war fleissig und liess seine Kontakte spielen. Mit der Campionato mondiale di endurance liebäugelte Krummenacher schon lange: Bereits 2021 war geplant, dass er im Wójcik Racing Team die 24h von Le Mans (F) bestreitet, was wegen einer Terminverschiebung aber nicht möglich war. Nun hat er die Kontakte zum polnischen Team wieder intensiviert. Am Freitag soll die Zusammenarbeit für 2022 offiziell bestätigt werden. Krummenacher: „Dort werde ich pro Rennen eine Gage erhalten, die für den Lebensunterhalt nicht reicht. Dafür erhalte ich dort eine Plattform, um meine eigenen Sponsoren zu präsentieren. Zudem werde ich mich wieder vermehrt in meiner Flat-Track Schule und bei der Yamaha Riding Academy engagieren.

„Seit meinem Test für Barni-Ducati haben mich die 1000er immer interessiert,“ freut sich Krummenacher auf die Herausforderung in der Langstrecken-WM.
CIV Superbike
Der weniger gedrängte Kalender der Langstrecken-WM ermöglicht Krummenacher sogar, daneben noch eine weitere Serie zu bestreiten: „Ich bin mit einem italienischen Yamaha-Team in Verhandlung. Mündlich sind wir uns schon mal einig. Sie entwickeln die R1 zusammen mit Yamaha-Europa, um Ducati beziehungsweise Michele Pirro in der italienischen Meisterschaft zu bezwingen. Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli würde es begrüssen, wenn ich da fahren würde. Es sieht also gut aus. Aber ich warte mal ab, bis ich einen Vertrag habe.“
Trennung von WM-Team
Der inzwischen 31-jährige Krummenacher hatte sich 2015 aus der Moto2-WM zurückgezogen, zu Puccetti Kawasaki in die Supersport-WM gewechselt. Nach Rang 3 und einem Zwischenjahr mit Puccetti in der Superbike-WM wechselte er zu Bardahl Evan Bros (Yamaha) in die Supersport-WM und holte sich dort 2019 die WM-Krone. MV Agusta Reparto Corse war offenbar das einzige Team, von dem Krummenacher als Weltmeister ein lukratives Angebot bekam. Nach dem Saisonauftakt folgte jedoch bereits der Rückzug von Krummenacher mit Betrugsvorwürfen. Nach einem Jahr Rennpause ergab sich in letzter Minute der Deal mit EAB Racing (Yamaha) für die Supersport-WM 2021. Da die Zusammenarbeit nicht erfolgsversprechend schien, gab EAB den Schweizer Mitte Saison frei, um bei CM Racing den verletzten Luca Bernardi zu ersetzten. Krummenacher dankte es gleich mit einem Sieg am ersten Rennwochenende in Barcelona. Der Rückzug aus der Superbike-/Supersport-WM bedeutet für Krummenacher auch, dass sich von einem erfolgsversprechenden Team und seiner Weltmeister-Mannschaft und trennen muss.
„Mein Ziel war eigentlich, den Weltmeistertitel zu verteidigen. Doch ich habe neben der Strecke zu viele Fehler gemacht, in dem ich zu grosses Vertrauen hatte. Dazu stehe ich und habe dafür bezahlt. Ich habe alles versucht, in der Supersport-WM zu bleiben.“ erklärt Krummenacher. „Doch nichts schien gut zu funktionieren. Das Aufzuschlagen des neuen Kapitels funktionierte nun so einfach und vertrauenerweckend! Ich freue mich mit der 1000er das neue Kapitel zu beginnen. Die Leistung gefällt mir unglaublich – das wird eine coole Sache!“