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Die Suzuki Hayabusa ist zurück

Jetzt ist es offiziell: Suzuki hat die 300 km/h-Rakete GSX 1300 R Hayabusa neu belebt. Mit 190 PS hat der Euro 5-geprüfte Autobahn-Jäger zwar sieben Pferdchen eingebüsst. Doch gemäss Suzuki sind dank einer ausgefeilten Elektronik Sprint- und Durchzugsvermögen noch atemberaubender als bei der bis 2018 gebauten Vorgängerin.

299 km/ Topspeed (freiwillig abgeriegelt), gemäss Hersteller 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und gerade mal 6,8 Sekunden für den 200 m-Sprint: Die neue Suzuki GSX 1300 RR Hayabusa macht keine Gefangenen. Die am 5. Februar in einer eigenen Neuheitenshow enthüllte Suzuki-Neuheit wurde nur für eines gebaut: Speed, Speed und nochmals Speed.

 

Das PS- und Tempo-Geklotze mag heutzutage vielleicht etwas eigenartig anmuten angesichts der globalen Verbotitis und den immer rigoroseren Verkehrsbeschränkungen. Doch immerhin ist es seit einigen Jahren das erste lautstarke Zeichen des MotoGP-Weltmeisters von 2020 (Fahrer Joan Mir, Spanien). Man will nun offenbar den europäischen Markt doch nicht kampflos aufgeben. Damit wächst auch die Hoffnung, dass in Bälde wieder preisgünstige, alltagstaugliche Neuheiten für das breite Volk – in früheren Jahren DIE grosse Stärke Suzukis – auf die Strassen Europas rollen werden.

 

190 PS, 264 kg, 299 km/h: Die neue Hayabusa ist ganz die Alte.

 

Ab April für CHF 22’995.–

Doch zurück zum aktuellen Paukenschlag, der neuen GSX 1300 Hayabusa. Gemäss Importeur Suzuki Schweiz (gehört zum Emil Frey-Konzern) wird sie ab April 2021 für 22’995.– in Schwarz/Gold, Silber/Rot oder Weiss/Blau zu haben sein.

Konzept unverändert

Am Konzept wurde nichts geändert. Der Motor wurde hingegen in fast allen mechanischen Bestandteilen mehr oder weniger heftig überarbeitet, auf Euro 5 getrimmt und mit viel zusätzlicher Elektronik inklusive Ride-by-Wire und Sechsachsen-IMU-Elektronikzentrale ausgestattet. Komplett neu sind motormechanisch aber nur die Nockenwellen, die Auspuffanlage mit zwei beidseitig angebrachten, gigantischen Schalldämpferkeulen sowie die Assist-Rutschkupplung.

 

Klassischer Alu-Brückenrahmen, ebensol klassischer Reihenvierzylinder-Motor.

 

Keine MotoGP-Flügel

Das Fahrwerk mit klassischem Aluminium-Brückenrahmen blieb ebenfalls in den Grundzügen unangetastet. Neu sind die Innereien der 43 mm-USD-Telegabel und des hinteren Zentralfederbeins, beides von Kayaba, genauso die radial montierten Brembo-Stylema-Vierkolbenzangen, die in 320 mm-Stahlscheiben greifen. Auch die 7-Speichengussräder und die speziellen Bridgestone-Reifen S22 sind frisch. Der Lenker wanderte 12 mm näher zum Fahrer hin und erlaubt so eine etwas aufrechtere Sitzposition.

 

Die Ergonomie wurde so geändert, dass inklusive Fahrer eine 50/50-Gewichtsverteilung erreicht wird. Auch die Aerodynamik wurde optimiert, aber interessanterweise nicht um die heute in der Highspeed-Branche unverzichtbaren MotoGP-Flügel ergänzt.

 

Ein paar Geometriedaten: Radstand 1480 mm, Lenkkopfwinkel 67°, Nachlauf 90 mm, Sitzhöhe 800 mm, Gewicht fahrfertig 264 kg, Reifen vorn 120/70-17 und hinten 190/50-17, Tank 20 Liter.

 

Neue Mega-Auspuffkeulen, Notstopsignal in die Blinker integriert.

 

Elektronik: Schlemmer-Menü

Im Gegensatz zum eher traditionellen Motor- und Rahmenbau fällt das Elektronik-Menü äusserst üppig aus. Es gibt 3 fixe und 3 programmierbare Fahrmodi, eine 10-stufige und abschaltbare Traktionskontrolle, 3 Power-Modi, einen bi-direktionalen und abschaltbaren Quickshifter, eine 10-stufige Wheelie-Kontrolle, eine 3-stufige Motorbrems-Kontrolle, einen frei einstellbaren «aktiven» Speedlimiter, eine 3-stufige Launch-Kontrolle, Tempomat, ein intelligentes Kombi-Bremssystem, Kurven-ABS, Hill-Hold-System, Heckabhebe-Kontrolle, Easy-Start-System, Low-RPM-Assist und ein Notstop-Signal in den Blinkern bei harten Bremsungen oberhalb von 55 km/h.

 

Komplett überarbeiteter Reihenvierzylinder mit Euro 5-Homologation.

 

Klassische Rundinstrumente und TFT-Anzeigen

Komplett neu ist das Cockpit, interessanterweise mit zwei klassischen Rundinstrumenten für Drehzahl und Tempo sowie einem modernen TFT-Cluster dazwischen für alle nötigen und etwas weniger nötigen Zusatzinfos inklusive Schräglagenanzeige. LED-Rundumbeleuchtung ist selbstverständlich mit an Bord. Von Smartphone-Konnektivität und Tagfahrlicht war bis anhin aber nichts zu hören.

 

Analog-Rundinstrumente, dazwischen ein TFT-Cluster für alle weiteren Anzeigen.

 

Hayabusa-Geschichte: Zwei Jahrzehnte an der 300 km/h-Marke

Die legendäre Suzuki GSX 1300 R Hayabusa wurde in den späten 1990er Jahren lanciert. Der «Wanderfalke», dessen Name in Japan auch für eine Weltall-Raumsonde und den Shinkansen-Schnellzug hinhalten musste, galt als das erste Serienmotorrad der Welt mit mehr als 300 km/h Topspeed. Die im Windkanal optimierte Aerodynamik prägte das Erscheinungsbild.

 

Die erste Hayabusa brachte Suzuki 1999 auf den Markt, vorerst mit 175 PS und 1299 ccm Hubraum. Die Ur-Hayabusa lief nicht nur auf dem Papier, sondern auch real über 300 km/h. Je nach Reifen, Fahrer und Fahrsituation lagen bis 320 km/h drin. Bereits ab 2001 gabs dann eine freiwillige (elektronische) Selbstbeschränkung auf 299 km/h.

 

Die Hayabusa galt nie als Supersportler, sondern als komfortables und sportliches Tourenmotorrad, beliebt vor allem bei Autobahn- und Speedfreaks. Die Hayabusa wurde 2008 komplett überarbeitet (1340 statt 1299 cm3, 197 statt 175 PS) und blieb bis 2018 im Suzuki-Modellprogramm. Gemäss Suzuki wurden global 189’100 Exemplare auf die Strasse gebracht, davon stolze 115’000 von der ersten Ur-Version.

 

Hayabusa-Historie: Links die Neue, in der Mitte die Version aus dem Jahr 2008 und ganz rechts die Ur-Version von 1999.

 

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